Vom 8. bis 10. Januar 2026 hieß es in der Mehrzweckhalle Einhausen wieder: Bühne frei für den Familienabend der Freiwilligen Feuerwehr Lorsch e. V.
An drei Abenden erlebten über 1.000 Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Theater, Tanz, Comedy und Musik – getragen von ganz viel ehrenamtlichem Engagement und echter Lorscher Gemeinschaft.
Schon zur Eröffnung sorgte der Spielmannszug der Feuerwehr Lorsch unter der Leitung von Uwe Techt für den passenden musikalischen Start ins neue Jahr. In seiner Begrüßung blickte der Vereinsvorsitzende Robin Gröger nicht nur auf das Bühnenprogramm, sondern auch auf das vergangene Einsatzjahr mit 165 Einsätzen zurück – und dankte allen, die Feuerwehr und Verein auf so vielfältige Weise unterstützen.
Theater mit Dialekt und Verwechslungskomik
Den Auftakt auf der Bühne machte das Theaterstück „Die Mallorca-Reise“ von Jasmin Leuthe – eigens in Lorscher Dialekt umgeschrieben. Eine vertauschte Koffergeschichte, Eifersucht, falsche Liebhaber und jede Menge Missverständnisse sorgten für viele Lacher, bevor sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöste.
Tanz, Pub-Atmosphäre und irische Klänge
Nach einem Jahr Pause kehrte die Männertanzgruppe „Florians“ zurück und entführte das Publikum mit dem Motto „Ein Abend im Irish Pub“ nach Dublin. Mit kraftvollen Choreografien zu irisch geprägter Musik wurde die Halle kurzerhand in einen Pub mit Tanzfläche verwandelt.
Puppen, KI und Kerwe-Humor
Die Comedians präsentierten mit der „Lorscher Puppen-KI-ste“ eine originelle Mischung aus Augsburger Puppenkiste, Lokalhumor und moderner Technik. Auf der Suche nach der entführten Einhäuser Kerwekönigin – die sich am Ende als König entpuppte – jagte ein Gag den nächsten, ergänzt durch Kurzfilme, Vorhangnummer und Kerwerede.
Frauenpower und ABBA-Feeling
Den emotionalen Höhepunkt setzte die Showtanzgruppe Feetback. In einer Geschichte rund um vertauschte Koffer, Freundschaft und Zusammenhalt traf Tanztheater auf 70er-Jahre-Feeling. Mit bekannten ABBA-Hits und vier verschiedenen Kostümen brachten 24 Tänzerinnen und Tänzer die Halle zum Mitsingen und Mitklatschen.
Mehr als nur ein Bühnenprogramm
Was auf der Bühne glänzte, war nur möglich durch viele helfende Hände im Hintergrund: von Moderation, Technik und Bewirtung über Kartenverkauf und Bühnenbau bis hin zur Gesamtorganisation.
Der Familienabend 2026 hat einmal mehr gezeigt, für was die Feuerwehr Lorsch steht: Einsatzbereitschaft nicht nur im Notfall, sondern auch für Gemeinschaft, Kultur und Zusammenhalt. Drei Abende, die noch lange in Erinnerung bleiben – und die Vorfreude auf den nächsten Familienabend jetzt schon wecken.
Pressestimmen (Bergsträßer Anzeiger)
Fliegende Geldscheine, knallige Kostüme und Bierkrug-Würfe
Freiwillige Feuerwehr Lorsch: 75. Familienabend in der Einhäuser Mehrzweckhalle begeisterte rund 1.300 Besucher
Wenn ein Feuerwehr-Familienabend gleich an drei Abenden über die Bühne geht, ist klar, dass es sich längst nicht mehr um ein kleines Vereinsfest handelt. Der Familienabend der Lorscher Wehr ist eine Großveranstaltung. Bereits am Donnerstag startete die Freiwillige Feuerwehr Lorsch in ihr traditionsreiches Veranstaltungswochenende, am Freitag und Samstag war die Halle dann restlos ausverkauft. Insgesamt ließen sich rund 1300 Besucher von dem abwechslungsreichen Programm begeistern.
Auch ohne die heimische Nibelungenhalle, die weiterhin nicht zur Verfügung steht, zeigte der 75. Familienabend eindrucksvoll, wie groß die Anziehungskraft dieser Veranstaltung ist – und wie gern das Publikum der Lorscher Wehr
auch an einen auswärtigen Veranstaltungsort – und zwar in die Einhäuser Mehrzweckhalle – folgt. Dank der Einhäuser Hilfe musste der beliebte und traditionsreiche Termin auch in diesem Jahr nicht ausfallen.
Eröffnet wurde der rund vier Stunden lange Premierenabend durch den „nicht mehr ganz neuen“ Vereinsvorsitzenden Robin Gröger, der in seiner Begrüßungsrede den Blick zunächst auf den Feuerwehralltag lenkte. 165 Einsätze in den vergangenen 365 Tagen habe die Lorscher Feuerwehr bewältigt, rechnete Gröger vor – statistisch also etwa alle zwei Tage ein Alarm. Von Feuerwerkskörpern in Glascontainern bis hin zu schweren Verkehrsunfällen sei alles dabei gewesen. Umso dankbarer zeigte er sich, dass die wirklich ernsten Lagen die Ausnahme geblieben seien. Zugleich dankte er den zahlreichen Helfern, die den Verein tragen, und begrüßte die Besucher zu drei Abenden voller Unterhaltung.
Rückkehr aus Mallorca endet turbulent
Musikalisch stimmte der Spielmannszug der Lorscher Feuerwehr unter der Leitung von Uwe Techt auf das Programm ein. Mit sanften Flötentönen und kraftvollen Trommelschlägen sorgten die Musiker gleich zu Beginn für eine festliche Atmosphäre.
Für zahlreiche Lacher sorgte anschließend das Theaterstück „Die Mallorca- Reise“ von Jasmin Leuthe, das von Markus Graf in Lorscher Dialekt umgeschrieben wurde. Erzählt wird die Geschichte der Freunde Alfred und Franz, die von einer gewonnenen Mallorca- Reise zurückkehren. Was jedoch als harmlose Urlaubsrückkehr beginnt, entwickelt sich schnell zu einer herrlich turbulenten Geschichte. Das spielfreudige Ensemble traf dabei mit Wortwitz und Tempo genau den Geschmack des Publikums – ein ausführlicher Bericht zum Theaterstück folgt.
Nach einem Jahr Pause kehrten schließlich auch die „Florians“ auf die Bühne zurück. Im vergangenen Jahr konnten sie nicht auftreten, da sie auf einem Polterabend in Peru „im Einsatz“ waren. Diesmal betraten sie die Bühne spektakulär
durch den Saal und entführten das Publikum mit ihrem Programm in einen irischen Pub.
Zu Beginn wurde traditionell getanzt, es folgten schwungvolle Choreographien, unter anderem zu „Butter bei die Fische“. Für besondere Begeisterung sorgte der „Cupsong“ mit Bierkrügen. Die Krüge wurden durch die Luft geworfen, sicher aufgefangen, durch Reifen geschleudert und sogar mit Keschern wieder eingefangen. Wilde Tänze, sichtbare Spielfreude und akrobatische Elemente sorgten für beste Stimmung, zahlreiche Zugaberufe waren die Folge – und diese durfte nicht fehlen.
Zwei vertauschte Koffer lösen eine rasante Jagd aus
Einen weiteren Höhepunkt setzten die Comedians mit ihrer „Lorscher Puppen- KI-ste“. In Anlehnung an die Augsburger Puppenkiste führte Erzähler Klaus Schmitt gekonnt durch die Geschichte. Jim Knopf (Oliver Steffan) war aus der bekannten Puppenkiste geklettert, um an diesem Abend bei der Lorscher Feuerwehr zu sein. Gemeinsam mit Lukas (Uli Denefleh) begab er sich auf die Suche nach der entführten Einhäuser Kerwekönigin (Dirk Lampert). Die Reise führte unter anderem in einen vermeintlich unterirdischen Bahnhof, durch die Kanalisation unter dem Lorscher Sportplatz und schließlich in Einhausen aus Müllcontainern, Waschmaschinen und Toiletten wieder ans Licht – laut Erzählung ein Fluchttunnel verzweifelter Einhäuser nach Lorsch.
Mit Hilfe der Lorscher (Johannes Dewald) und Einhäuser (Alexander Schmitt) künstlichen Intelligenz wurde ein Bilderrätsel gelöst, begleitet von spektakulären Kurzfilmen, Kerwerede und zahlreichen regionalen Seitenhieben.
Für besonders viel Gelächter sorgte die Enthüllung, dass die Kerwekönigin einen Bart trägt und sich als Mann entpuppt. Am Ende standen die Figuren aus dem Videofilm gemeinsam mit den Akteuren auf der Bühne. Mit dem augenzwinkernden Fazit „Wir schaffen das noch ein paar Jahre ganz gut allein – ohne KI“ verabschiedeten sich die Comedians unter großem Applaus und mit einem Seitenblick auf die noch nicht fertiggestellte Nibelungenhalle.
Den krönenden Schlusspunkt setzte die Showtanzgruppe „Feetback“ der Freiwilligen Feuerwehr. In ihrer rund 21-minütigen Tanzshow entführten 24 Tänzer das Publikum in die Welt der 70er- Jahre – eingebettet in eine kleine Geschichte, die mit viel Charme erzählt wurde. Zwei Freundinnen, dargestellt von Anna Nill und Cindy Alo, treffen sich nach langer Zeit wieder. Während die eine mit einem Koffer voller Träume und knallpinker Outfits anreist, bereit, die Welt zu erobern, steht die andere vor großen Sorgen: Das Geld ist knapp, die Zukunft ungewiss.
Wendepunkt der Geschichte ist die Begegnung mit einer steinreichen Lady, gespielt von Janina Karle, die hoffnungslos verliebt ist (in Bastian Neumann) – und vor lauter Herzklopfen zum falschen Koffer greift. Plötzlich halten die beiden Freundinnen einen Koffer voller Geld in den Händen und feiern diesen unerwarteten Glücksfall ausgelassen. Doch die Verwechslung bleibt nicht unentdeckt, eine rasante Jagd nach dem richtigen Koffer beginnt. Am Ende wird deutlich, was damals wie heute wirklich zählt: Zusammenhalt, Freundschaft und pure Frauenpower.
Getragen wurde die Geschichte von bekannten ABBA-Hits wie „Mamma Mia“, „Money Money Money“ und „Dancing Queen“. In vier unterschiedlichen Kostümen – von knalligen Farben bis hin zu glitzernden Outfits – präsentierten die Aktiven perfekt abgestimmte, schwungvolle Choreographien. Nebel kam zum Einsatz, Geldscheine flogen ins Publikum und der gesamte Saal klatschte im Takt. Lange stehende Ovationen waren die Folge und eine Zugabe wurde unumgänglich. In einem kurzen Durchlauf erklangen alle Lieder schließlich noch einmal, besonders lautstark unterstützt von der „aktiven Ecke vorne rechts“ im Saal. Spätestens zu diesem Finale hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen, und mancher Zuschauer hofft bereits jetzt, dass die Bühne in Lorsch künftig größer gebaut wird, um der stetig wachsenden Showtanzgruppe auch in Zukunft ausreichend Platz bieten zu können.
Quelle: Bergsträßer Anzeiger, Ausgabe vom 12. Januar 2026: "Fliegende Geldscheine, knallige Kostüme und Bierkrug-Würfe"
Ein Koffer sorgt für Chaos
Theater: Die Lorscher Mundartkomödie „Die Mallorca-Reise“ begeisterte das Publikum mit Verwechslungen, Eifersucht und Herz
Was wäre ein Familienabend der Freiwilligen Feuerwehr Lorsch ohne eine zünftige Komödie in Lorscher Mundart? Mit dem Theaterstück „Die Mallorca-Reise“ erlebte das Publikum eine ebenso turbulente wie urkomische Verwechslungskomödie. Das ursprünglich von Jasmin Leuthe geschriebene Stück wurde von Markus Graf liebevoll in Lorscher Dialekt umgeschrieben und unter der Regie von Nathalie Schmitt auf die Bühne gebracht. Souffliert wurde die Aufführung von Heike Schumacher.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Freunde Alfred und Franz, die von einer gewonnenen Reise nach Mallorca zurückkehren. Voller Vorfreude erwarten ihre Ehefrauen Vroni und Mathilde die Heimkehrer. Kaum angekommen, verschwinden die Männer jedoch erst einmal – ganz typisch – um nachzuschauen, ob die Lorscher Wirtschaft während ihrer Abwesenheit einen Aufschwung erlebt hat.
Flugtickets als Geburtstagsüberraschung
Die Frauen bleiben neugierig zurück und nehmen sich der Koffer an. Eine folgenschwere Entscheidung. Vroni öffnet
Alfreds Koffer und erlebt den Schock ihres Lebens: Darin befindet sich Damenunterwäsche – eindeutig nicht ihre. Fassungslos und zutiefst gekränkt fragt sie sich, ob ihr Alfred womöglich eine andere Frau hat. Die Zweifel schlagen
schnell in Wut und Verzweiflung um. „Du wills mir doch net sage, dass mei Alfred…“, beginnt sie, während sich ihre schlimmsten Befürchtungen zusammenbrauen. Sie greift zum Alkohol und kündigt dramatisch an: „Die Herren krieje jetzt e Vorstellung, wie‘s is, vorm jüngschde Gericht zu stehe.“ Auch Mathilde wird misstrauisch und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Hause, um dort den Koffer ihres Mannes Franz zu kontrollieren.
Währenddessen findet Vroni in Alfreds Unterlagen auch noch eine Rechnung über stolze 326 Euro. Für sie ist klar: Dieses Geld muss Alfred für die französische Zimmernachbarin ausgegeben haben. Tief getroffen klagt sie: „Ich bin blamiert bis uff die Knochen – ich werd zum Gespött vun ganz Lorsch.“
Die Situation spitzt sich weiter zu, als Tochter Susi in der Jackentasche ihres Vaters zwei Flugtickets für eine weitere Mallorca-Reise entdeckt – in vier Wochen. Für Vroni ist nun endgültig alles klar. Alfred plant einen erneuten Liebesurlaub mit seiner „neuen“ Geliebten. Was sie nicht weiß: Die Tickets sind eigentlich als Geburtstagsüberraschung für sie gedacht.
Gemeinsam mit Tochter Susi und Freundin Mathilde schmiedet Vroni einen Racheplan. Alfred soll spüren, wie es sich anfühlt, betrogen zu werden. Dafür soll ein Verehrer von Susi, nämlich Antonio, ein junger, temperamentvoller Italiener, herhalten. Dafür verspricht Susi Antonio, wenn der Plan glückt, mit ihm auszugehen. Für Susi gilt allerdings eine klare Ansage: Bis der Plan erfüllt ist, heißt es für Antonio „nur gucke, net anfasse“. Vor Alfreds Augen soll er nun erst einmal Vronis Liebhaber spielen.
Viel Spielfreude und authentischer Lorscher Dialekt
Gesagt, getan: Antonio wird zum Kaffee eingeladen. Mit offenem Hemd und einer Rose in der Hand betritt Antonio die Bühne. Da Susi noch nicht anwesend ist, ruft er frei heraus: „Mamma Mia, dann warte ich hier auf meine Donna Bella!“ Als Alfred schließlich nach Hause kommt und Antonio bei seiner Frau vorfindet, eskaliert die Situation. Spöttisch und sichtlich aufgebracht fragt Antonio dann auch noch: „Vronita, hast du deinen Herrn Papa eingeladen?“ Die Eifersucht kocht hoch, Alfred wird wütend und schlägt mit der Faust auf den Tisch.
Der Höhepunkt des Chaos ist erreicht, als plötzlich Madame Angelique gemeinsam mit Taxifahrer Matthes auftaucht.
Sie erklärt, extra aus Paris angereist zu sein, um „ihn“ abzuholen. Für Vroni ist das der endgültige Beweis. Die Französin will Alfred. Ihre Wut erreicht den Siedepunkt.
Doch nach und nach geht ihr ein Licht auf. Angelique spricht nicht von Alfred – sondern vom Koffer. Im Urlaub wurden die zwei nahezu identischen Reisekoffer nämlich vertauscht. Die vermeintliche Unterwäsche gehört der Französin, ebenso wie der restliche Inhalt. Der andere Koffer, voll mit männlichen Unterhosen, hatte zuvor schon bei Angeliques Ehemann für Verwunderung gesorgt. Mit der Aufklärung der Verwechslung lösen sich auch alle Missverständnisse in Wohlgefallen auf.
Alfred erklärt schließlich auch den wahren Grund für die zusätzlichen Flugtickets. Sie waren als Geburtstagsüberraschung für Vroni gedacht. Gerührt und erleichtert fällt sie ihm um den Hals: „Alfred, du bis doch der Beschde.“
Zum Abschluss versammeln sich alle auf der Bühne, stoßen mit einem Glas Wein an. Das letzte Wort des Abends ist zugleich ein Versprechen „Malle – mir kumme!“ Der langanhaltende Applaus zeigte eindrucksvoll, wie sehr das Publikum die Darbietung genossen hatte. Mit viel Spielfreude, Timing und authentischem Lorscher Dialekt begeisterte das Ensemble auf ganzer Linie.
Quelle: Bergsträßer Anzeiger, Ausgabe vom 13. Januar 2026: "Ein Koffer sorgt für Chaos"